„Wie war das damals?“

Schüler zeichnen Comics zu den Ereignissen der Grenzöffnung im Eichsfeld

Von links: Lehrerin und Gedenkstättenpädagogin Franziska Bömeke, Comiczeichnerin Julia Zejn, Lene-Sophie Sturhan, Kim Nova Müller, Jannika Lutze, Noel Hunaeus, Tim Faber, Kira Matzurek, Jule Marie Fuhrmann, Marie-Sophie Neumann

Acht Schüler*Innen des 11. Jahrgangs der IGS Bovenden nahmen im Herbst 2019 – 30 Jahre nach dem Mauerfall und der Grenzöffnung – an einem länderübergreifenden Schülerprojekt in Kooperation mit dem Grenzlandmuseum teil.

Der erste Teil des Projektes fand im September statt. Hier trafen sich die Schüler*Innen mit den anderen Teilnehmern aus der thüringischen Bergschule Heiligenstadt zu einem dreitägigen Workshop im Grenzlandmuseum. Nach einem intensiven Kennenlernen, besuchten sie die Ausstellung des Museums. Auf dieser Grundlage führten sie Zeitzeugeninterviews zum Thema ,,Wie war das damals im Herbst 1989?“. Dabei erfuhren sie bewegende, witzige und einzigartige Geschichten, die sie kreativ in Comics umsetzten. Um diese spannende Aufgabe zu bewältigen, trafen die Schüler*Innen auf die Leipziger Comiczeichnerin Julia Zejn, die die Grundlagen des Zeichnens erkläre und anhand einer ihrer Comics zeigte, wie man eine Comiclesung durchführt. In den darauffolgenden Tagen wurde fleißig geschrieben und gezeichnet.

Die Comics entstehen

Die fertigen Produkte sind seit dem 9.November in einer Sonderausstellung im Grenzlandmuseum zu sehen. Außerdem wurden die Schüler*Innen von dem Förderer des Projektes, der Bundesstiftung Aufarbeitung der SED Diktatur, nach Berlin und Potsdam eingeladen, um das Projekt zu präsentieren. Ähnliche Projekte fanden an sechs Stätten des Netzwerkes Eiserner Vorhang statt und wurden in Berlin zusammengeführt. Nach der Einladung in die Gedenkstätte Berliner Mauer und einem spannenden Vortrag über den Mauerradweg, waren die Schüler*Innen zu Führungen an der Bernauer Straße und der East Side Gallery eingeladen. Am nächsten Tag fuhren alle zusammen in das Schloss Cecilienhof in Potsdam, wo die Präsentation der Ergebnisse stattfand. Es wurde deutlich, dass das Projekt den Schüler*Innen sowohl historisches Wissen vermittelt hat als auch den Austausch der Teilnehmenden aus den unterschiedlichen Bundesländern gefördert hat.

Führung an der East Side Gallery
Die Gruppe des Grenzlandmusems Eichsfeld mit Schüler*Innen der IGS Bovenden und der Bergschule Heiligenstadt

Schulstart mal anders… Projektmanagement der E-Phase

Am zweiten Tag des Schuljahres waren fuhren wir an die Private Fach Hochschule (kurz PFH) Göttingen, um die Kennlernfahrt unseres Jahrgangs 11 zu planen. An der PFH begrüßte uns Herr Prof. Ahrens, der uns die Hochschule genauer vorstellte.

Anschließend hat uns Herr Ballhause einen theoretischen Input über die Grundlagen von Projekten und der Projektplanung gegeben. Danach begannen wir mit der Projektplanung in verschiedenen Arbeitsgruppen (Arbeitsfelder wurden vorher gemeinsam entwickelt und zusammengefügt). Für das Gesamtprojekt wurden mehrere Rahmenbedingungen von der Projektleitung benannt, diese betrafen das Budget und bereits feste Ausgaben für den Bustransfer. Außerdem wurde eine „Reiseregion“ in Ostthüringen vorgegeben. Herr Ballhause behielt den ganzen Ablauf der Gruppen im Auge um Ratschläge zu geben und ggf. steuernd einzugreifen. Trotz der neuen Klassenkonstellationen, verstanden sich die Gruppen, die viel diskutierten, Kompromisse ausarbeiteten und mit Freude an die Planungen gingen, ziemlich gut.

Es gab allerdings auch einige Probleme, da viele Gruppen voneinander abhängig waren. Der nicht bekannte Unterkunftsort erschwerte die Planungen anderer Gruppen. Der Gruppe „Unterkunft“ wurden allerdings auch viele Steine in den Weg gelegt, da ausgewählte Campingplätze entweder zu teuer oder belegt waren. Die Gruppe „Aktivitäten“ hatte ebenso einige Schwierigkeiten, da die möglichen Aktivitäten zu weit entfernt und die Busverbindungen vor Ort nur wenig vorhanden sind. Am Ende des ersten Projekttages wurden dann noch die Ergebnisse der Gruppen präsentiert und besprochen.

Montag den 19.08.19 traf sich der 11. Jahrgang erneut morgens an der PFH, um die Planung für die Kennlernfahrt fortzusetzen. Herr Ballhause faste anfangs die bereits vorhandenen Planungen zusammen, erläuterte wo wir stehen geblieben waren und erklärte nochmal grob die nächsten Schritte. Anschließend wurde eine weitere Planungsphase in den Arbeitsgruppen durchgeführt. Da die Unterkunft zu diesem Zeitpunkt feststand, hatte es jede Gruppe einfacher, dennoch blieben die internen Diskussionen natürlich nicht aus.

Geplant wurde u.a. eine Schiffstour, um den „kulturellen Bedarf“ zu decken. Zudem steht auch noch eine Kletteraktion auf dem Plan, sowie weitere Aktivitäten. Auch die Transportgruppe hat die Fahrzeiten mit dem Busunternehmen abgesprochen, die ,,Verpflegung‘‘ musste inkl. warmer Mahlzeiten geplant werden usw. Die Gruppenarbeitsphase wurde durch einen Austausch in der Gesamtgruppe ergänzt und weitere Aufgaben wurden ergänzt.

Die anfänglich holprige Kommunikation zwischen den Gruppen wurde innerhalb der zwei Tage in der Projektplanung massiv verbessert. Die Gruppen visualisierten nach der Besprechung auf mehreren Pinnwänden die Ergebnisse, sodass auch die Mitschüler der anderen Gruppen jederzeit einen Überblick erlangen und bei Ungewissheit die entsprechenden Gruppen explizit ansprechen können. Am Ende wurde ein grober Ablauf und Zeitplan für die Fahrt besprochen und festgelegt. In den kommenden Wochen müssen weitere Detailplanungen und -absprachen getroffen werden: das Projektmanagement ist angestoßen, aber längst nicht abgeschlossen.

von Angelina & Sina